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KünstlerInnenWolfgang Filler







Wolfgang Filler | 1964-2006

Dr. Waltraud Schwarzhappel, Kunsthistorikerin, Wien, Jänner 2003, zur Ausstellung von Wolfgang Filler "brutal figural", Grafiken, Aquarelle, Mischtechnik im Kulturzentrum Wort und Bild Galerie vom 23.1. bis 5.2. 2003:

"Der Schrei einer geschundenen Seele zerreißt die Luft, die Dämonen des Alkohols stürzen sich auf den Betrachter, die eherne Faust eines Unterdrückers fährt aus dem Bildraum dem Zuschauer entgegen, ein Totengerippe tänzelt gespenstisch aus dem Bild, starre, vor Entsetzen aufgerissene Augen in bis zur Unkenntlichkeit entstellten und zerwühlten ehemals menschlichen Gesichtern bannen den Blick des Ausstellungsbesuchers….. (…)

Für die Eindringlichkeit seiner Bilder wirft der Künstler Wolfgang Filler seine ganze Persönlichkeit in die Waagschale. In der Provokation eines bis zum äußersten getriebenen Lebens- und Schöpfungsprozesses zehrt jede bildnerische Textur auch lebendiges, künstlerisches Gewebe auf. Diese Bilder muss nicht nur der Betrachter aushalten, sondern zunächst auch der Künstler selbst. (…)

Der "Sozialexpressionismus" Wolfgang Fillers (…) schließt an die sozialkritische Kunst der 1970er Jahre an, wie sie Alfred Hrdlicka und Adolf Frohner formulierten, stilistisch erinnert er an Franz Ringel oder Peter Pongratz, geschult hat er sich an großen Meistern wie Goya oder Kubin.

Wild und dunkel inspiriert von Heavy-metall Musik lässt sich der Künstler in die Tiefen des Unbewussten fallen. Im Schöpferischen, einem dramatischen Prozess, kehrt er das Innerste nach außen um daraus kollektiv all das empfundene Leid der ausgebeuteten Menschen, all die Brutalität der armen Leute, für die nur mehr der Tod die ausgleichende Gerechtigkeit beinhaltet, in graphisch-schweren und finster-abgründigen Werken zum Ausdruck zu bringen. Hier herrscht der Realismus von Elend, Unterdrückung und Ausweglosigkeit ohne jegliche ästhetische Relevanz. Der Wahn in den Augen der Gestalten zeugt von mangelndem Bewusstsein sowohl der Täter als auch der Opfer. (…)

Die Aussage der Werke Wolfgang Fillers ist hemmungslos, schonungslos, direkt. Ein Ausstieg aus dem Horror ist nicht Absicht und nicht das Thema dieser Ausstellung "brutal figural", - das Aufrütteln und Aufscheuchen schläfrig gewordener Herzen aber sehr wohl."

Biografie
1964 in Wien geboren
1974 - 1982 | Realgymnasium in 1190 Wien , Krottenbachstraße
1980 | Beginn intensiver Zeichentätigkeit
1988 | Arbeit als Dachdecker zur Finanzierung einer Indienreise, Meditation in Indien
1989 | ab dieser Zeit Besuch der Künstlerischen Volkshochschule Lazarettgasse
1991 - 1997 | Neue Wiener Kunstschule, Klasse Graphik und Malerei bei Gerhard Hermanky, Mag. Herbert Pasiecznyk und Mag. Georg Lebzelter
1995 - 1997 | Teilnahme an Landschaftsmalseminaren in Nikolsburg
1997 | Diplomarbeit mit Kaltnadelradierungen
2001 | Illustration zu Joachim Hammers Gedichtband "Dunkelrote Mischung", Edition Doppelpunkt
2001 | Teilnahme an einem Mal- und Schreibseminar in der Toskana
2006 wählte Wolfgang Filler den Freitod in Wien

Ausstellungen posthum
2008
"Grenznormal", Ausstellung in der CDK Salzburg, Kinder- und Jugendpsychiatrie, zur Eröffnung liest seine Schwester Angelika Ingram aus ihren Werken
2006
Die Kleine Galerie, 1030 Wien: Körper-Raum-Zeit, gemeinsam mit Alfred Biber, Turan Esin, Ulrich Gansert, Mo Häusler, Herbert Pasiecznyk, Veit Schiffmann, Walter Wittmann und Herwig Zens
Galerie Heinrich , 1160 Wien: Landschaftsaquarelle und griechische Mythologie, gemeinsam mit Susanne Moser-Zweymüller im Rahmen der Literaturtage der Bibliotheksinitiativen Wien

Ausstellungen (Auszug)
2006
Ausstellung Galerie Wohlleb, 1030 Wien, Teilnahme an der Sammelausstellung der Neuen Wiener Kunstschule "1996 - 2006"
Ausstellung im Schloss Thürnthal bei Fels am Wagram
Ausstellung "Mythologie und andere Grausamkeiten", Wort und Bild Galerie
2004
Ausstellung bei L'oreal - Österreich
2003
"brutal figural", Wort und Bild Galerie, 1090 Wien
"Ortstiefen" vom Kunstkreis 24 im Schloss Gloggnitz, NÖ
Ausstellung im Schloss Schwarzenau im Waldviertel
2002
Teilnahme an der Ausstellung "Grafik in Wien", Halle an der Saale, Deutschland
Ausstellung im Gesundheitszentrum Dungl in Gars am Kamp
2001
"Die verschraubte Blechwelt", Wort und Bild Galerie, 1090 Wien, mit einer Lesung anlässlich des internationalen Frauentages mit Gedichten von Edith Neugebauer und Wolfgang Filler
Teilnahme an der "Sex and Crime"-Ausstellung sowie Lesung in der Wort und Bild Galerie
1997
Ausstellung der Diplomarbeit "Auf dem Weg zum Kern der Existenz",
Galerie Wohlleb, 1030 Wien
1994
"Die schwarze Stadt", Galerie Hartmann, 1010 Wien, Schultergasse


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